Nicht so einfach
Die Wirtschaftskrise und die von unser Regierung auf den Weg gebrachten “Konjunkturpakete” sind ja nun durch die entsprechende Penetranz in den Medien hinreichend bekannt – am bekanntesten hiervon wird wohl die sogenannte “Abwrackprämie”, besser Umweltprämie (was auch immer das mit Umwelt zu tun hat) sein.
Hier kann man sein Fahrzeug, welches wenigstens 1 Jahr auf einen selber zugelassen ist und ein Alter von mindestens 9 Jahren hat, versuchen in 2500,- Euro vom Staat zu verwandeln. Das Fahrzeug ist zu verschrotten und die Belege müssen dann samt Antrag eingereicht werden. Sofern man zu den ersten 600.000 Antragstellern gehört, die einen gültigen Antrag eingereicht haben, bekommt man die Prämie vom Staat.
Soweit, so gut, so plausibel. Spätestens seit dem Hagelunwetter und wie hier erklärt, befindet sich mein Fahrzeug nicht mehr ganz in einem akzeptablen Zustand. Mit den Beulen könnte man leben, wenn die Technik in Ordnung und zuverlässig arbeiten würden. Leider ist das nicht mehr ganz so der Fall – der Wagen leidet deutlich an Altersbeschwerden, die irgendwann schwer ins Geld gehen – wenn ich alleine an das Automatikgetriebe denke, wird’s mir anders.
Diese Umstände haben mich dann nun dazu veranlasst, die Gunst der Stunde zu nutzen. Ich bin auf der Suche nach einem neuen Wagen. Was sich nicht ganz so einfach gestaltet – ich bin nämlich nicht der einzige, der auf der Suche ist.
Was ich allerdings bei dem großen Volkswagen-Zentrum mit meiner Frau “erfahren” durfte, ist prinzipiell kaum zu überbieten. Die Feststellung, die ich im Anschluss machen musste ist, dass der Automobilindustrie bzw. der Händlern scheinbar noch nicht schlecht genug geht. Diesen speziellen Händler hatte ich bereits hier gewürdigt. Aber, so dachten wir uns, könnte ein Besuch samt Nachfrage dort nicht schaden – zu diesem Zeitpunkt hatten wir den Erwerb eines VW Polo oder eines VW Golf IV ins Auge gefasst.
Wir betreten den Verkaufstempel das Autohaus und meine Frau fragt an der Rezeption nach, ob ein Verkaufsberater frei ist. “Hier !” schallt es uns von der anderen Seite der Theke entgegen – ein “Hier !”, welches wohl in der Hoffnung schnell noch vor Feierabend einen spritschluckenden 60.000 Euro Touareg an den Mann bzw. die Frau zu bringen, ausgestoßen wurde. Das “Wir interessieren uns für einen Polo”, welches ich nun ohne weitere Vorwarnung auf den Verkäufer loslasse, führt in Bruchteilen von Sekunden zu einer völligen Entgleisung seiner Gesichtszüge – diese sprachen nun ein “Scheiße, die Assis wollen nur so eine Minderpreviligiertenkutsche für unter 20.000…”. “Se’ sind wohl wegen der Abwrackprämie hier” ist der offensichtliche Beginn, dass “Gespräch” in eine bestimmte Richtung zu bringen – welche, offenbart sich mir allerdings nicht. Die Umgangsformen sprechen für sich. Mein “Nein, wir sind erst mal hier, um ein Fahrzeug zu erwerben” verhallt scheinbar ungehört in den großen Weiten dieses KZF-Konsumtempels.
Lange Rede, kurzer Sinn. Der Herr brach das “Verkaufsgespräch” mit dem Hinweis ab, dass alle Fahrzeuge verkauft wären, die Bestellung 3 Monate dauere und überhaupt das dann mit der Prämie nix würde. Ein letzter Versuch meinerseits “Können Sie mir ein anderes Fahrzeug anbieten” wurde mit der gleichen Erklärung beantwortet.
Somit kann ich für mich nur den Schluss ziehen, dass es in Krefeld offensichtlich kein “Krise” gibt, die Verkaufszahlen bombig sind und, so hoffen wir mal, auch bleiben.
Ps: Wir haben ein Fahrzeug bei einem kleinen, aber sehr engagierten Händler erworben – auch das war nicht einfach, lag aber nur daran, dass ich so entscheidungsfreudig bin
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